Schwarz auf Weiß

Eine Geschichte aus dem Rudelleben - erzählt von Christiane Ruge-Kallert

Es ist schon eine eigenartige Geschichte, die uns da wiederfahren ist. Wir sind nach dem traurigen Verlust unseres blauen Doggenrüden James im April dieses Jahres zu einem schwarzen Rüden namens Justin vom Odenwald, der eben schwarz/weiß (die Züchter sagen aus einer Geflecktzucht kommend) ist, gekommen. Aber eigentlich züchten wir selbst schon seit fast 15 Jahren gefleckte Rüden. Das war so:
Vor 15 Jahren war Frauchen einmal verreist und wie es das Unglück wollte, wurde in Ihrem Bett ein kleiner gefleckter Rüde namens Odysseus geboren. Er entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem stolzen Kater (irgendwie hat da was mit den Genen bei der Verpaarung nicht gestimmt). Nach sieben Jahren verschwand dieser Hausgenosse in die weitere Umgebung, sprich in die Nachbarschaft ein paar Straßen weiter, weil es für ihn bei uns zu unbequem wurde. Grund dafür war die Anschaffung eines Rüden (dieses Mal ein echter Deutscher Doggenrüde)namens James vom Panoramaweg. Wir hatten glückliche Jahre mit diesem Hund, den wir nie vergessen - jeden Abend zünden wir auf seinem Grab ein Lichtlein an. Für unsere alte Hündin Frieda wurde nach dem Tod von James das Leben recht einsam. Da tauchte unvermutet Kater Odysseus wieder auf und machte es sich bei uns wieder bequem. Jetzt ging der Spaß aber erst richtig los: Odysseus entwickelte sich nach einem Kater-TÜV beim Tierarzt zu einem richtigen Kampfkater und schlug mehrere fremde Doggen in die Flucht. Frieda hatte wieder einen Beschützer. Nun tauchte im August noch ein neuer gefleckter Rüde namens Hugo bei uns auf, der das Leben unserer beiden Rentner ganz schön auf Trapp brachte. Hugo ist wieder ein züchterischer "Mißerfolg", da es wieder ein Kater wurde. Jetzt hatte Frauchen die Nase voll und schaute sich nach einem neuen Rüden um. Das Glück bescherte uns Justin, der aus Hessen zu uns übersiedelte. Ein Rüde mit Stolz und Eleganz und doch ein echter Kuschelbär. Wenn er neben Klein-Hugo liegt, der vielleicht mal 800 g wiegt und sich mit seinen 74 kg an ihn schmiegt, dann wissen wir, wir haben es richtig gemacht.
Unsere Hunde kaufen wir in Zukunft nur noch beim richtigen Züchter, nur die gefleckten Katzen züchten wir selber.
Und als Nachbemerkung muß ich noch eines sagen: Es muß im Leben immer einen Schuldigen geben und dieser Schuldige ist für mich der gefleckte Rüde Al Capone unserer Familie Treuter. Dieser Hund ist daran schuld, daß wir jetzt einen Rüden aus einer Geflecktzucht besitzen (wir stehen eigentlich mehr auf die Blauzucht), weil er so ein gutes Wesen hat, das mich überzeugt hat und meine Bedenken gegen diesen Farbschlag ausgeräumt hat. Wir erfahren es durch die Liebe und Treue, die uns unser Justin entgegenbringt. Danke für die Unterstützung an alle OG-Mitglieder. Und das war meine kleine Geschicht, die von schwarz und weiß erzählen wollte.

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